Erfolgeiche märkische Turnerinnen bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Essen

Am ersten Wochenende im Mai trafen sich Deutschlands beste Seniorenturner/innen zu ihren nunmehr 19. Titelkämpfen.Was 1999 als ein bundesoffener Wettbewerb in Markkleeberg begann, fand zur Jahrtausendwende endlich beim Deutschen Turnerbund Gehör und wurde in den Status einer Meisterschaft erhoben. Auch die Zuschauer der 18. Deutschen Seniorenmeisterschaften konnten sich von herausragenden Leistungen, großer Ausstrahlung und  tiefer Verbundenheit der Turnfamilie überzeugen. Mehr als 250 Starter von 30 bis 85 Jahre  gingen an den Start. Der älteste Teilnehmer war Alfons Klein aus dem Saarland mit 85 Jahren. Dank des kurzfristig und engagiert eingesprungenen Ausrichters TV 1877 Essen-Kupferdreh wurden an zwei Wettkampftagen ein würdiger Wettkampfrahmen präsentiert.

Für den Märkischen Turnerbund gingen sechs Frauen und vier Männer  an die Geräte und erturnten fünfmal Edelmetall. Unsere Rekordmeisterinnen Petra Wallschläger (W 60) und Heike Malinowski (W 55 – beide Stahl Eisenhüttenstadt) sowie Renate Sube (W 70 – TuS Frankfurt/ Oder) erturnten Gold für das Land Brandenburg.

Yvonne Schemel vom SV Motor Eberswalde überzeugte das Kampfgericht mit einer eigenwilligen und ausdrucksstarken Bodenkür und erzielte hier in der W 40+ mit 13,80 Pkt. die höchste Note. Insgesamt turnte sie einen starken Wettkampf und schrammte nur drei Zehntel an Bronze vorbei.(Platz 4 – 51,30 Pkt.) Trotzdem war sie überglücklich.

In der W 45+ zog die Konkurrenz den Hut vor der Siegerin, der eh. italienischen Meisterturnerin Desiree Girgenti (jetzt TV 1858 Kaufbeuren). Diese kleine und bescheidene Persönlichkeit lebt seit vier Jahren in Deutschland, turnte überzeugend, ausdrucksstark und schwierig- es war ein Genuss, ihr zuzusehen.

Bei den Herren überstrahlte Eugen Spiridonow ( TV 1883 Bous), als Ex- Nationalturner Deutschlands bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften, langjähriger Leistungsträger des Bundesligisten TG Saar, die Wettbewerbe. An fünf Geräten erturnte er in der M 35+ in Meistermanier 73,55 Punkte, hatte damit 12 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz und wertete die Wettbewerbe turntechnisch noch einmal auf.

Henri Durke (SV Motor) landete in der M 55+ im Mittelfeld (Platz 7- 41,55 Pkt.), nachdem nicht alle Elemente gelangen und er das Pauschenpferd nicht zu seiner Zufriedenheit zähmen konnte.

Im Resümee der zweitägigen Veranstaltung standen

  •  ein bemerkenswertes Leistungsniveau in allen Altersklassen,
  • eine beispiellose Hilfsbereitschaft innerhalb der Turnfamilie (der gesamte Gerätesatz war mit Hilfe aller Turner/ innen noch vor der Siegerehrung abgebaut)
  • und kurzfristiges Engagement des TV Essen- Kupferdreh, um diesen tollen Wettkampf nicht ausfallen zu lassen.

Eine Sanitäterin bemerkte gegenüber dem Vereinsvorsitzenden des ausrichtenden Vereins, dass sie sich angesichts der Handstände, Salti oder des Spagats der 70- oder 80ig-jährigen Wettkämpfer noch nie so unsportlich gefühlt hätte…

Die Sommerpause nutzen nun die Landesverbände, um die Seniorenteams für den Mannschaftspokal im September 2018 in Waltershausen/ Thüringen zusammenzustellen.

 

D. Rühl

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